Vorbeugen bei Neubauten

Wie hoch die Radonkonzentration für einen Neubau sein kann ist nur bedingt vorhersagbar. Geklärt werden kann vor Baubeginn, ob sich das Grundstück in einem Radonrisikogebiet befindet.  Messungen bei direkten Nachbarn lassen dies genauer bestimmen. Vorbeugen ist besser als Nachsorgen oder bessergesagt Radonschutz ist besser als eine Radonsanierung. Gerade in Risikogebieten empfiehlt sich bei Neubauten Schutzmaßnahmen mit einzuplanen. Sie sind in jedem Fall billiger als eine nachträgliche Sanierung. Die Drainage-Lüftung ist hier eine gängige Maßnahme.

Rund ein Prozent der Bausumme eines Gebäudes sollte man als Obergrenze für diesen Posten veranschlagen. Eine nachträgliche Sanierung lässt die Kosten schnell in die Höhe schießen. Mehrere hundert Euro pro Quadratmeter Sanierungsfläche können dabei entstehen.

Der vorbeugende Radonschutz während des Neubaus hat zum Ziel, das Eintreten von Radon aus dem Untergrund ins Gebäude präventiv zu verhindern. Die Vorgehensweise ist wie bei der Radonsanierung in folgende Schritte unterteilt:

  • Der geplante Gebäudestandort wird hinsichtlich seines geologen Radonpotenzials analysiert
  • Schutzmaßnahmen werden geplant und durchgeführt
  • Abschließend werden die Maßnahmen hinsichtlich der Wirksamkeit überprüft und kontrolliert

Anmerkung:

Der Trend der vergangenen Jahre zeigt, dass immer mehr Niedrigenergiehäuser oder Häuser mit automatischer Wohnungslüftung mit Wärmerückgewinnungsanlagen gebaut werden. Auswirkungen solcher Bauweisen speziell auf die Höhe der Radonbelastung im Gebäude wurde bislang noch nicht ausreichend und systematisch untersucht.

Grundsätzlich ist davon auszugehen, dass eine Zufuhr von Luft nur aus der Atmosphäre unter diesem Gesichtspunkt keinerlei Probleme für die Bewohner darstellt. Oft wird jedoch die Luft durch Erdregister im umliegenden Erdreich geleitet, bevor sie ins Haus kommt. Wegen der konstanten und ganzjährigen Bodentemperatur soll im Sommer eine Vorkühlung und im Winter eine Vorwärmung der Luft erreicht werden. Wichtig hierbei ist, unbedingt darauf Wert zu legen, dass die Erdregister aus radondichtem Material bestehen und dass durch Nahtstellen, Muffen oder ähnliches kein Gas einströmen kann. Sollte das nicht der Fall sein, reichen schon niedrige Radonkonzentrationen in der Bodenluft aus, um eine Überschreitung der Innenraumrichtwerte herbeizuführen.