Die Auswirkung von Radon auf die Gesundheit

 

Radon im Freien stellt aufgrund von Verdünnungseffekten keine Gefährdung dar. In geschlossenen Räumen dagegen herrscht eine beachtliche Gefahr für die Gesundheit. Radon ist ein radioaktives Gas, das in folgende Folgeprodukte zerfällt:

  • Polonium: Po-218
  • Bismuth: Bi-214
  • Blei: Pb-214

Sie sind nach dem Zerfall fest und ebenfalls radioaktiv. Das gasförmige Radon wird nur bedingt vom Körper aufgenommen. Die Folgeprodukte dahingegen setzen dem Körper zu. Sie lagern sich an Staubteilchen und feinsten Schwebeteilchen (Aerosolen) an und gelangen so in die  Lunge, wo sie den größten Strahlenschäden herbeiführen. Dadurch ist das Lungengewebe direkt der gefährlichen Alpha-Strahlung ausgesetzt, was die Wahrscheinlichkeit, an Lungenkrebs zu erkranken, deutlich erhöht. Ganz einfach gesprochen, je mehr Radon, desto größer die Gefahr.

Der Körper sendet keine Warnsignale. Die Erkrankung kommt schleichend und zeigt sich erst nach Jahren in Form von Symptomen. Die EU-Gesundheitsminister fordern deshalb folgende Richtwerte zum Schutz von Wohnhäusern nicht zu überschreiten:

 

  • Eingreifrichtwert: 400 Bq/mgilt für Gebäude, die vor 1996 gebaut wurden

  • Planungsrichtwert: 200 Bq/m3  gilt für Gebäude, die nach 1996 gebaut wurden

 

 

Welche Bedeutung kommt dem Wert von 100 Bq/m3 zu?

 

Das Risiko, durch Radon an Lungenkrebs zu erkranken, liegt ab einem Wert von 100 bis 200 Bq/m3 in einem signifikanten Bereich. Dass hat die Strahlenschutzkommission in einer Stellungnahme vom 12. Mai 2005 festgestellt. Auch zahlreiche Studien bestätigen diese These. Die Weltgesundheitsorganisation  empfiehlt den genannten Wert.

 

Wirkung von Radon auf die menschliche Lunge



Radon macht mit seinen Zerfallsprodukten etwa 30 Prozent des Strahlenaufkommens aus, dem die deutsche  Bevölkerung ausgesetzt ist. Rund fünf bis fünfzehn Prozent der Lungenkrebserkrankungen in Deutschland lässt sich darauf zurückzuführen.  (Bildquelle: Bundesamt für Strahlenschutz)